Neues aus dem WBG
Mittendrin
WBG-Theatergruppen begeistern an zwei Abenden
„Mittendrin“ hatten die WBG-Theatergruppen ihre Abendveranstaltung genannt, und es wurden, wie versprochen, zwei Theaterabende über Identität und Gemeinschaft – kurzweilig und eindrucksvoll, was da mit wenigen Requisiten und viel Inszenierungskunst auf die Bühne gebracht wurde.
Die Mittelstufen-AG Darstellendes Spiel unter der Leitung von Malte Nussbaum zeigte mit viel Herz, wie die Pubertät einem das Leben schwer machen kann, wenn man gerade „mittendrin“ ist – in beidem, Pubertät und Leben.
Tänzerisch-rhythmisch wurde es bei der Performance der von Katharina Kühn geleiteten Gruppe aus Jahrgang 11, die ein pantomimisches „Chairduet“ zeigte, geprägt von wechselnden Besetzungen und wiederkehrenden Bewegungsfolgen, die zu einem ästhetischen Ganzen verwoben waren.
Der ebenfalls von Katharina Kühn geleitete Kurs im Jahrgang 12 machte verschiedene Leidenschaften zum Thema: Wie sie uns erfüllen und, ja, auch Leiden schaffen können, zum Beispiel beim Workout im Gym oder bei Lebensentwürfen und Geschlechterrollen.
Zum „Rollenwechsel“ kam es für die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 12 aus der Gruppe von Sophie Frommhage-Davar, denn diese trugen mit ihren Kostümen zugleich ein Bewegungshandicap. Große Papprollen waren über Arme und Beine gestülpt und forderten die Darstellenden zu einer berührenden Choreografie zwischen Tanz, Scheitern und Störung heraus.
Nach der Pause hatte Jahrgang 13 unter der Leitung von Sophie Frommhage-Davar seinen großen Auftritt. In einem „Fiebernachtstraum“ - angelehnt an Shakespeares „Sommernachtstraum“ – verschmolzen sie Realität und Traum (und wahrscheinlich auch ein kleines Bisschen Wahnsinn). Lysander, Helena, Hermia und Demetrius sowie Titania und Oberon bewältigten ihre Beziehungskrisen mit ähnlich viel Körpereinsatz wie im Original, hatten aber zusätzlich moderne, ebenfalls von Eifersucht und Schuldzuweisungen geplagte Pendants. Mittendrin trieb Waldgeist Puck seinen Unfug und wirbelte alle (inklusive sich selbst) emotional gehörig durcheinander.
Insgesamt zwei kurzweilige, faszinierende Theaterabende mit leidenschaftlichem Spiel und viel Einsatz aller Beteiligten (naja, vielleicht mit Ausnahme des Beamers und des iPads, das das Intro abspielen sollte)! Da könnte man sich glatt ein Theaterabo vorstellen, um öfter mal „mittendrin“ zu sein…

















