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Erfolgreiche Premiere des WBG beim RoboCup Junior

Spaß und tolle Ergebnisse

Seit Monaten haben sich 33 SchülerInnen verschiedener Jahrgänge mit der Bergung von Opfern bei Naturkatastrophen beschäftigt: Denn dies ist das Szenario beim RoboCup Junior, an dem wir als einzige Schaumburger Schule teilnahmen.

In den vergangenen Wochen wurde in AGs, im Wahlpflichtunterricht und im Oberstufenkurs an den Robotern gebaut, getüftelt und programmiert. Ganz nach Informatiker-Manier wurde das große Problem in Teilstücke unterteilt, denen man sich nacheinander zuwandte: Schutt und Hindernisse galt es zu überqueren, eine Rampe hochzufahren – sowie auch heile wieder hinunter – und bei all diesen Schwierigkeiten aber bitte nicht die schwarze Linie verlieren!

Selbst wenn diese stellenweise, wie bei Naturkatastrophen so üblich, beschädigt ist, soll der Roboter seine Orientierung nicht verlieren. Wenn er dann auch noch an Kreuzungen entsprechend der Markierung richtig abbiegt, erreicht er die Opfer. Diese sollen geborgen und ins Krankenhaus gebracht werden.

Der Ehrgeiz der SchülerInnen wuchs mit zunehmender Bewältigung weiterer Teilaufgaben: In der letzten Woche vor dem Wettbewerb hatte ich grundsätzlich überdurchschnittlich große und altersgemischte Lerngruppen im Computerraum vor mir: Alle Teams wollten gerne noch ein wenig mehr Zeit an ihren Robotern arbeiten, ihre nächsten kreativen Einfälle austesten. Auch während der drei Tage in Hannover wurde noch weiter optimiert – bis in die tiefe Nacht hinein.

Die Konkurrenz in Hannover reichte von Erlangen bis nach Stade, von Essen bis nach Berlin – sogar Teilnehmer von der Deutschen Schule Lissabon waren vertreten. Einschüchtern ließen sich unsere SchülerInnen davon aber nicht. Auch dass nur eine unserer Gruppen in der Einsteigerliga Rescue Line Entry starten durfte und die anderen sechs Teams wegen ihres Alters gleich an der Rescue Line Pro teilnehmen mussten, obwohl das WBG zum ersten Mal vertreten war, tat der Motivation keinen Abbruch: Alle Teams haben am letzten Tag beim dritten Lauf ihre persönliche Höchstpunktzahl erreicht. Teilweise wurden die Roboter noch vor Ort dramatisch verändert: Die Tautologen zum Beispiel wechselten vor dem letzten Lauf noch einmal ihr Antriebssystem von Rädern auf Ketten. Andere Teams bauten zusätzliche Gewichte an, um den Anpressdruck der Reifen für die Rampe zu erhöhen. Als Lehrerin kann ich gar nicht alle Veränderungen beschreiben – schließlich arbeiteten die Schüler vor Ort selbstständig und alleine. Daher werden die Schüler ihre Roboter in den nächsten Wochen vorstellen.

Nun fehlt zu guter Letzt noch die Antwort auf die Frage, wer denn diese erfolgreichsten Teams waren. Diese Frage lässt sich eigentlich gar nicht eindeutig beantworten: Alle haben sich vor Ort noch weiter verbessert, alle kamen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen, manche konnten zweimal in der Woche an ihren Robotern bauen, andere nur einmal: Kurzum – ich bin wahnsinnig stolz auf jedes einzelne Team. Bedenkt man, dass die wettbewerbs-erfahreneren Teams anderer Schulen ihren Roboter teilweise schon seit zwei Jahren verbessern, dann kann sich unser Ergebnis absolut sehen lassen:

In der Einsteigerliga ließ sich das Team „Präzision“ mit Timon Battermann (7a) und Lucas Vogt (7d) nicht davon unterkriegen, dass ihr drittes Mitglied, Hendrik Schümann (7a) krankheitsbedingt vor Ort nicht unterstützen konnte. Unsere Jüngsten fuhren drei souveräne Wertungsläufe und erreichten am Ende mit 236 Punkten einen respektablen 23. Platz von immerhin 59 Teams. Zur Qualifizierung zum Deutschland Finale wären 284 Punkte nötig gewesen – es war also in greifbarer Nähe.

In der Pro-Liga der älteren Teilnehmer starteten insgesamt 51 Teams, von denen die ersten 11 Platzierungen zum German Open nach Magdeburg reisen dürfen.

  • „Doggy“ mit Michal Olszowski, Luca Pause und Tim Scheibe (alle 10b) hatte am ersten Wettbewerbs-Tag mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen und erreichte nach einer Steigerung den Platz 45.
  • Die Zuschauer des „Team Gullan“, unseres reinen Mädchen-Teams, hielten im zweiten Lauf am längsten den Atem an bevor alle erleichtert klatschen konnten: Bei der Abfahrt von der langen Rampe hinunter kippte ihr Roboter bedenklich nach vorne, rutschte mehr als dass er fuhr, kam unten aber wieder in der normalen Lage zum Stehen – und bog im dritten Anlauf an der direkt darauffolgenden Kreuzung auch noch richtig ab. Insgesamt erreichte unser „Blumenstrauß“ den Platz 40 mit 147 Punkten.
  • Das Team „Unicorns“ mit Finn Blanke, Laila Harmening, Jasmina Mededovic (alle 10b), Robert Ronge (10c) und York Schümann (10d) hatte nicht nur ein fantastisches Maskottchen dabei, sondern erreichte einen ebenso fantastischen 32. Platz mit 200 Punkten.
  • Das Team „1337er“ mit Henri Lohr, Hannes Nowak, Leon Sebening, Fynn Stegemann (erkrankt) und Janne Tadge (alle Klasse 10b) hat soweit ich das beurteilen kann, noch die größten Veränderungen vor Ort vorgenommen und erreicht nun mit 240 Punkten den Platz 27.

In die Top Twenty haben es die beiden Teams aus meinem Oberstufenkurs geschafft, die nun zum oben genannten Nachmittag einladen:

  • Das Team „MechaShark 3000“ mit Tom Bockisch, Michel Hartmann, Sonja Moritz, Niklas Scharenberg und Joshua Wirtz musste im letzten Lauf erleben, wie eine kurzfristige Optimierung auch noch schief gehen kann: Der knapp vor dem Lauf an der Opfer-Einsammel-Schaufel befestigte Stoff wurde mit Panzerband fixiert – und dieses löste sich und klappte hoch, wodurch ein Einsammeln der Kugeln mechanisch nicht mehr möglich war. Aufgrund der großen Präzision im Linienbereich erreichten sie dennoch Platz 18 und 275 Punkten und lagen somit ganz knapp hinter…
  • .. dem Team „Die Tautolgen“ mit Gerret-Niklas Bertram, Jonathan Dumke, Tobias Rinne, Leonard Schönberg, Maximilian Völkening und Rufus Wilkening: Mit dem neuen Antrieb erzielten die Schüler am dritten Tag einen Bestlauf und insgesamt Platz 16 mit 282 Punkten. Ihnen hätten somit nur 5 Platzierungen für eine Qualifikation gefehlt.

Ich freue mich wahnsinnig über die tollen Ergebnisse, aber auch darüber, dass alle Teilnehmer Spaß hatten, engagiert gearbeitet haben und die meisten mir das Feedback gaben, im nächsten Jahr wieder dabei sein zu wollen. Bis dahin stehen aber noch weitere Wettbewerbe an: Mittwoch findet die Roberta Challenge statt, im Juni die WRO und im Dezember die FLL.

Natürlich dürfen sich zu allen Wettbewerben auch weitere Interessenten bei mir melden.

Isabell Stahlhut

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