WBG-Theater: Schiller zappt durch seine Stücke

Veröffentlicht in Darstellendes Spiel

K800 IMG 9153Bevor Friedrich Schiller vor 211 Jahren starb, war er mit erst 46 Jahren ein Mann im allerbesten Alter - im allerbesten Fernseh-Alter. Das fanden zumindest die Schülerinnen und Schüler der Seminarfachgruppe Darstellendes Spiel des zwölften Jahrgangs mit ihrer Tutorin Lisa Grau und präsentierten ihrem Publikum eine bisher noch gänzlich unbekannte Schiller-Figur: der weltberühmte Dichter als entspannter Fernsehzuschauer in Hausschuhen und mit der Chipstüte auf dem Schoß im Fernsehsessel. 111 Minuten lang zappte sich dieser durch ausgesprochen kurzweilige Neuauflagen seiner Stücke in Kurzform in den unterschiedlichsten Fernsehformaten.

Einen Höhepunkt stellte hierbei die Inszenierung des Schicksals der Jungfrau von Orléans in einem rasanten Kochduell zwischen England und Frankreich dar. Doch auch die Sondersendung der Tagesschau zu den mysteriösen Ereignissen um den spanischen Thronfolger Don Carlos inklusive Live-Schalte zu einer Korrespondentin vor dem königlichen Schloss in Madrid (welches dem Bückeburger Schloss allerdings zum Verwechseln ähnlich sah!) begeisterte die Zuschauer. (Bildergalerie unter "Weiterlesen"!)

 

Viel Applaus ernteten außerdem der leidenschaftliche Boxkampf der verfeindeten Brüder Don Manuel und Don Cesar aus „Die Braut von Messina“, die „Aktenzeichen XY... ungelöst“- Ausgabe zu den Mordfällen um „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“, eine Reihe unterhaltsamer „Wallenstein“-Spielshows, die pantomimisch anspruchsvolle Stummfilmfassung des „Dimetrius“ sowie der „Wilhelm Tell“ im Westernstil. In guter Privatfernsehmanier wurden die Zuschauer zur Halbzeit mit einigen Szenen aus „Kabale und Liebe“ in Form witziger Werbespots in die Pause verabschiedet. Rundherum überzeugen konnte die Inszenierung durch die anspruchsvolle und originelle Umarbeitung der bekannten Dramenszenen, durch die hervorragenden darstellerischen Leistungen der Zwölftklässler, das gelungene Bühnenbild sowie aufwändige Kostüme und Requisiten.

Für die Schauspieler, die - mit Ausnahme von Mara Ranck in der Hauptrolle als Schiller - alle mehrere völlig unterschiedliche Figuren zu verkörpern hatten, ging nach zweieinhalb Stunden ein sehr anstrengender, gemessen am begeisterten Applaus des Publikums jedoch auch außerordentlich erfolgreicher und unvergesslicher Theaterabend zu Ende. Gleiches galt jedoch auch für die Tutorin Lisa Grau, die nach aufreibenden Probenmonaten mit ihren Schülern mitgefiebert hatte, die im Hintergrund agierenden Schüler der Veranstaltungstechnik sowie Souffleuse Zehra Nur Cin, die zwar kein einziges Mal einspringen, aber die ganze Aufführung lang einsatzbereit sein musste.

  • K800_IMG_8976
  • K800_IMG_8986
  • K800_IMG_8997
  • K800_IMG_9027
  • K800_IMG_9098
  • K800_IMG_9153
  • K800_IMG_9166
  • K800_IMG_9179
  • K800_IMG_9188
  • K800_IMG_9199
  • K800_IMG_9234
  • K800_IMG_9388
  • K800_IMG_9435
  • K800_IMG_9440
  • K800_IMG_9464
  • K800_IMG_9544
  • K800_IMG_9586
  • K800_IMG_9630
  • K800_IMG_9653
  • K800_IMG_9674
  • K800_IMG_9749
  • K800_IMG_9800
  • K800_schiller111

Simple Image Gallery Extended