Wiedersehen in Chennai: WBG-Schüler besuchen indische Metropole

Veröffentlicht in Indien

K800 Indien3Zwölf Schülerinnen und Schüler des Wilhelm-Busch-Gymnasiums sind von ihrem zweiwöchigen Aufenthalt in Indien zurückgekehrt und berichten eindrucksvoll vom nie verstummenden Lärm der Millionenstadt, vom schier undurchdringbaren Straßenverkehr, von leuchtenden Farben und fremden Gerüchen.

Für einige war es die erste Flugreise, anstrengende elf Stunden lang mit einem Zwischenstopp in Dubai. Sie führte die Zehnt- und Elftklässler vom winterlich kalten Schaumburg in den sonnigen indischen Sommer mit Temperaturen knapp über 30 Grad.

Doch schon bei der Ankunft am Flughafen sei die kräftezehrende Anreise schnell vergessen und die Wiedersehensfreude auf beiden Seiten riesig gewesen: Ein gutes halbes Jahr nach ihrem Besuch in Stadthagen im vergangenen Juli bereiteten die indischen Schüler ihren Austauschpartnern einen besonders herzlichen Empfang. Überwältigt waren die deutschen Schüler überdies von der Offenheit und Gastfreundschaft der indischen Gasteltern, die sie sofort in ihre Familien aufnahmen, umsorgten und auf Ausflüge sowie Familienfeiern mitnahmen, auf denen ausgiebig miteinander gelacht und getanzt wurde.

Wo keine Gästebetten vorhanden gewesen seien, hätten Familienmitglieder sogar eigene Betten für die Gäste geräumt und im Wohnzimmer geschlafen, berichtet Ilka Pusch. Sie ist Lehrerin am WBG und hat gemeinsam mit ihrem Kollegen Olaf Landeck den Indienaustausch organisiert, im Rahmen einer AG mit den Schülern vorbereitet und begleitet.

Unterstützung erhielten beide zudem vom ebenfalls mitgereisten Schulleiter des WBG, Holger Wirtz. Dieser zeigt sich besonders davon beeindruckt, wie die Jugendlichen ohne Berührungsängste sehr freundschaftlich aufeinander zu gegangen seien.

Sehr offen seien die Jugendlichen auch der fremden Kultur begegnet und selbst das ungewohnte Essen habe keinen Anlass für Unmut geliefert, bemerkt Ilka Pusch. Dabei lieben Inder gemeinhin ausgesprochen scharfe Speisen und reichen bereits zum Frühstück zu den Reiskeksen eine sehr scharfe Soße. Sogar das Angebot bekannter Fastfoodketten sei an indische Essgewohnheiten angepasst, ergänzt Olaf Landeck. Dies spiegele sich sowohl im Schärfegrad der angebotenen Speisen wie im Fehlen von Rindfleischgerichten wider: „Kühe werden in Indien verehrt und nicht gegessen.“

Vielfältige Eindrücke und Erlebnisse ihres 14-tägigen Aufenthaltes rufen sich die Rückkehrer in Erinnerung: die Segnung der deutschen Gäste durch einen Tempelelefanten, den besonders beeindruckenden Besuch in einer Schule für Blinde und Gehörlose, den abendlichen Ausflug zum Strand, der mit seinen Buden und Attraktionen eher einer Kirmes glich. Auf den mitgebrachten Fotos sind schlichte Schuluniformen genauso wie Jeans und T-Shirts sowie farbenfrohe Saris, die traditionelle Kleidung indischer Frauen, zu sehen. Andere Bilder zeigen die imposante Stadtarchitektur, bunt geschmückte Tempelbauten, Naturaufnahmen und die vielfältigen Fortbewegungsmittel, mit denen sich die Einheimischen durch den dichten Stadtverkehr bewegen. Besonderer Beliebtheit erfreue sich dabei die Motorrikscha, ein dreirädriges, überdachtes Moped, liebevoll „Tuk-Tuk“ genannt.

„Heimweh hatten die Schüler nicht, die Zeit ist viel zu schnell vergangen", erzählt Ilka Pusch zum Abschluss und kündigt an, dass es bereits 2016 wieder einen Indienaustausch am WBG geben wird.