Wir haben es gewagt, und es war nicht zu übersehen

Veröffentlicht in Indien

K800 Indienaustausch 2014WIR, das sind die Indienaustauschgruppe mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 9 bis 11 vom WBG und der KRMMC in Chennai (Indien), die Eltern unserer Schüler und die deutschen und indischen Lehrkräfte.

Mit dem Abholen der Gastschüler und Gastschülerinnen am Flughafen in Hannover begann das von langer Hand geplante Unternehmen einer neuen Dimension. So wussten wir zwar, dass viel Unbekanntes, Unerwartetes und Spannendes auf uns warten würde, dennoch „kannten“ sich einige Partnerschüler schon seit Wochen. Schimpfen wir doch oft über die modernen Kommunikationsmethoden, in diesem Fall halfen sie, dass wir am Terminal A in Hannover eben nicht nur auf die lang ersehnten Gesichter hinter den fremd klingenden Namen unserer Gäste warteten. Die kannten wir nämlich schon. So war die Begrüßung zum Teil wie die „alter Bekannter“.

…und das Abenteuer begann….

Zwei Wochen (vom 14.07.2014 bis zum 27.07.2014) hatten wir nun Zeit, zum Kennenlernen, zur Projektarbeit und für Unterricht. Dazu haben wir auch Standorte außerhalb der Schule aufgesucht: Bad Harzburg war unser Ausgangspunkt zur Erkundung des Nationalparks Harz; am Steinhuder Meer bekamen wir einen tiefen Einblick in die Naturlandschaft durch einen Mitarbeiter der ökologischen Schutzstation; in Hamburg war natürlich eine Hafenrundfahrt Teil der Pflicht; ein Besuch im Zoo Hannover war ein weiterer wichtiger Standort unserer Projektarbeit. Natürlich waren wir mit unseren Gästen auch im Schloss Bückeburg.

… das Projekt…

Flankierend haben wir die gemeinsame Projektaufgabe „Biodiversität“ vorangetrieben, die von der „Bürgerstiftung Schaumburg“ und der Initiative „PASCH“ (Schulen: Partner der Zukunft) mitfinanziert wurde. Die Schülerinnen und Schüler haben sowohl in Stadthagen als auch in Chennai englischsprachige Präsentationen angefertigt, die die jeweilige Sach- und Ausgangslage verdeutlichen konnten. Daraus ergaben sich gemeinsame Leitfragen, die z.T. in intensiven Auseinandersetzungen über den Artenschutz mit Fragen wie „should zoos exist?“ führten. Ein Stück praktische Biodiversität haben sicherlich der gemeinsame Bau einiger Insektenhotels und die Reaktivierung eines großen Hotels geschaffen. Auch bei dieser Arbeit haben sich die binationalen Teams perfekt ergänzt.

… es kam, was kommen musste …

Der Tag der Abreise. Die Menschen, die der Terminal A nun nach zwei Wochen wiedersah, waren die gleichen wie die vom Anfang. Nur irgendwie „zusammener“. Das, was uns facebook, skype & Co nicht bieten konnten, haben wir nachgeholt. Wir haben ein Stück indischer Kultur, Denkweise und Leben kennengelernt und deutsches Leben und Denken vermittelt. Wie konnte es anders sein? Wir haben dabei Freunde gefunden.

Könnte der Terminal Emotionen lesen, läse er in unseren Gesichtern Glück, weil wir es geschafft haben, Erschöpfung, weil es sehr intensiv war, Trauer, weil wir neue Freunde verabschieden müssen, und Vorfreude, weil wir sie bald besuchen werden.

Indien, wir kommen!