Flüchtlingskrise: WBG-"Diplomaten" simulieren Debatte der Vereinten Nationen

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K800 MUN2016 bearbeitetModel United Nations Schleswig-Holstein ist mit 450 Teilnehmenden die größte deutschsprachige Simulation der Vereinten Nationen (englisch: Model United Nations, kurz: MUN) für Schülerinnen und Schüler. Sie fand vom 3.-7.März im Kieler Landtag statt. Für vier Tage tauschen die Teilnehmenden dabei ihre eigene Identität gegen die von Diplomatinnen und Diplomaten und debattieren aus der Sicht verschiedener Nationen über Themen der realen Weltkonferenzen. Dabei lernen sie, die Ansichten „ihres“ Staates konsequent zu vertreten – auch wenn diese ihrer persönlichen Meinung widersprechen.

In diesem Jahr fand Model United Nations Schleswig - Holstein bereits zum elften Mal statt und setzt dabei auf das bewährte Konzept: Neben der Teilnahme als Diplomat ist es ebenfalls möglich, in die Rolle eines /r Vertreters /in einer Nichtregierungsorganisation (NGO) zu schlüpfen oder die Veranstaltung als Journalist In der internationalen Presse im Kieler Landtag zu begleiten. Die Teilnehmenden, die meist die gymnasiale Oberstufe besuchen, erhalten so einen Einblick in die Arbeitsweise und die komplexen Entscheidungsfindungsprozesse der Vereinten Nationen.

Die WBG Schüler

Unter Leitung von Herrn Hentschel und Begleitung von Frau Garbe machte sich die 6-köpfige Diplomatengruppe auf den Weg nach Kiel. Bereits im Vorfeld hatten sich die 3 Jungen (Marvin Holler, Nenad Keine-Maksimovic, Jannik Zuschlag) und 3 Mädchen (Kristin Kirchhoff, Stina Kricheldorf, Frieda Röhler, alle Jg. 11) intensiv im Rahmen der MUN-AG bei Herrn Hentschel mit ihrem Land und den Themen des von ihnen gewählten Gremiums eingearbeitet und selbstständig formal durchaus anspruchsvolle Arbeits- und Positionspapiere aus der Sicht Ihres Landes verfasst.

Unwirtliches Wetter erwartete uns in der Ostseestadt – aber verglichen mit dem rauhen Wind, der durchaus häufig in den Debatten zu spüren war und der Flüchtenden in ganz Europa derzeit entgegenweht, nur ein kleiner Vorgeschmack.

Grenzschließungen, Abschottung, Passkontrollen – Hundertausende flüchten seit Monaten in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Und Europa: schottet sich ab. Überragendes Thema der MUN 2016 war das Thema Fluchtursachen und -auswirkungen in und um Europa. Jedes der Gremien, u.a. die Vollversammlung oder der Menschenrechtsrat, debattierten 4 intensive Tage lang und die Staaten rangen um Kompromisse, gingen Allianzen ein, vertraten ihre Interessen und mussten Verbündete finden. Themen waren u.a. im Menschenrechtsrat: Die Problematik der Flüchtlingsströme aus Eritrea oder in der Generalversammlung: Rechte und Status von Binnenflüchtlingen. „Eine wahnsinnig intensive Erfahrung!“ stellte Frieda danach, sichtlich erschöpft vom Diplomat-Sein, fest. Nenad hob die professionelle Organisation hervor: „Ich habe die MUN als erneuter Teilnehmer intensiver erlebt und konnte insbesondere die informellen Lobby-Phasen zum Meinungsaustausch nutzen.“ MUN SH 2016 – eine „besondere Herausforderung, die mit jedem Tag mehr Spaß macht!“, bestätigt auch Stina, die zum ersten Mal dabei war. Zwar gehen die Teilnehmer nächstes Jahr ins Abitur, aber die MODEL UNITED NATIONS Erfahrung wirkt bei Ihnen nach – also: Bis 2017 oder 2018! Denn in der Diplomatie wie im richtigen Leben gilt: NOW IT’S YOUR TURN!K800 MUNSH2016 6